• Bernhard Wagner

*** Spezial *** - Die Endlagersuche für deutschen Atommüll

Guten Morgen,


heute geht es um die Endlagersuche für den deutschen Atommüll, der sich innerhalb der letzten 60 Jahre durch den Betrieb und Rückbau der deutschen Atomkraftwerke (AKW) angesammelt hat und momentan - als Übergangslösung - in Zwischenlagern gesammelt wird.


Seit dem Jahr 2017 ist die Bundesregierung, die das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) und die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zur Ermittlung eines Endlagers für den deutschen Atommüll beauftragt hat, auf der Suche nach geeigneten Standorten innerhalb Deutschlands. Der Atommüll soll dort bis zu einer Zeitdauer von 1 Million Jahre gelagert werden!


Bis Ende des Jahres 2022 werden alle deutschen AKW abgeschaltet sein und durch den Betrieb und Rückbau der AKW wird sich bis dahin eine Menge von ca. 30.000 m³ radioaktiv verseuchten Atommülls ansammeln, der in einem oder mehreren Endlagern deponiert werden soll. Die Endlagersuche soll gemäß BASE und BGE voraussichtlich bis zum Jahr 2031 abgeschlossen sein, die Planung und der Bau dann bis zum Jahr 2050. Anschließend erfolgt eine Umlagerung und der Transport der erneuerten Behälter aus den Zwischenlagern und die Einlagerung der Behälter mit Atommüll in die Endlager.


Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hat speziell für Interessierte ein Informationsportal gestartet, das du unter folgendem Link finden kannst, abgerufen am 11.09.2020:


https://www.endlagersuche-infoplattform.de


Hier werden z.B. folgende Informationen veröffentlicht und geteilt:


- Erklärung zum Ablauf der Endlagersuche

- Dokumentendatenbank des Standortauswahlverfahrens

- Überblick zu radioaktiven Abfällen und deren Klassifizierung

- Überblick der beteiligten Akteure

- Stand der Finanzierung aus dem öffentlich-rechtlichen Fonds

- Gesetzliche Grundlagen zur Endlagersuche

- Beteiligung als Privatperson bei Suche nach den Endlagern



Es ist wichtig, dass der deutsche Atommüll auch in Deutschland endgelagert wird, da das Verursacherprinzip gilt und wir als Gesellschaft jahrzehntelang auf die Atomenergie gesetzt haben und auch für deren Hinterlassenschaft sorgen müssen. Den deutschen Atommüll ins Ausland zu bringen und dort zu deponieren, ist keine Alternative. Und es ist enorm wichtig, schnell eine Endlagerlösung zu finden, da die Zwischenlagerung erhebliches Gefahrenpotenzial birgt und laut den Plänen der Bundesregierung weitere 30 Jahre andauern wird, bis mögliche Endlager für den Atommüll fertiggestellt und in Betrieb genommen sind.

Hier habe ich wieder einen interessanten Beitrag aus der Mediathek des ZDF herausgesucht, der die Endlagersuche kontrovers behandelt. Die Beteiligten an der Dokumentation "Wohin mit dem Atommüll? Endlagersuche, die Uhr tickt!" gehen auf Endlagerlösungen ein, die 1 Million Jahre anhalten sollen, und auf die Risiken der Zwischenlagerung des Atommülls. Berichtet wird darüber, wie früher atomarer Müll in den Meeren versenkt worden ist und es wird sehr ausführlich über die Strategie von Schweden bezüglich der Enlagersuche berichtet. Dort wird seit über 40 Jahren an Lösungen zur Endlagerung von Atommüll geforscht und die Schweden sehen sich bereits heute in der Position, mit dem Bau eines Endlagers anzufangen, und wollen nicht länger damit warten.


https://www.zdf.de/nachrichten/politik/suche-nach-atommuell-endlager-100.html



Auf bald! Bernhard